Am Schluss wurde es spannend

Jörg Krabbe regiert jetzt die Fabianen-Schützenbrüder, nachdem ihm der Vorsitzende Christian Ernsting (l.) die Königskette umgehängt hatte. Foto: Sabine Sitte

Erst taten sie sich sehr schwer, dann trat ein Trio an die Vogelstange und schließlich war es Jörg Krabbe, der mit dem 183. Schuss dafür sorgte, dass die Fabianus- und Sebastianus-Schützenbruderschaft auch 2017 einen König hat.

Ende gut, alles gut. Nicht das zähe Ringen um den Thron, sondern ein zähes Ringen um entschlossene Königsanwärter trübten den Beginn des Schützenfestes der Fabianus-Bruderschaft am Samstagabend. Doch im Finale lieferten sich sogar drei Kandidaten ein spannendes Gefecht. Als neue Majestät setzte sich mit einem gezielten Treffer im 183. Schuss Jörg Krabbe durch.

Was passiert, wenn der Vogel mangels Thronanwärtern im Geschossfang hängen bleibt? Bliebe der amtierende König Rajesh Herdering dann weiterhin König? Für eine knappe halbe Stunde hing diese Frage am Abend über dem Schützenplatz. Nach drei Stunden hatte die zermürbende Stagnation an der Vogelstange mangels Schützen das Vorstandsteam auf den Plan gerufen: Krisensitzung. Abbruch des Wettstreites oder Verlängerung bis zum Einbruch der Dunkelheit? „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Vogel hängen bleibt“, sagte Schießwart Thomas Krude, der seit etwa 20 Jahren Schützenfeste verschiedener Vereine betreut.

Und auch der Vorstand der Fabianen zeigte sich optimistisch: „Wir schießen weiter und hoffen auf ein oder zwei Kandidaten, die doch noch um den Königstitel kämpfen wollen.“ Das zahlte sich aus, denn nach 30 Minuten traten sogar drei Schützenbrüder im Wechsel an das Gewehr. Jörg Krabbe, Sascha Wesseling und Alex Westphal boten der wartenden Menge nun ein spannendes Schauspiel. „Geht doch“, grinste Christian Ernsting, der erste Vorsitzende, erleichtert. Längst erhellten bunte Lampions den Schützenplatz und das DJ-Team Doubledecker Music ließ die ersten Disco-Hits für die angekündigte Sommernachts­party aus den Boxen schallen. Auch wenn die Kenner „nur noch ein oder zwei Schuss, dann fällt das Vieh“ orakelten, hielt sich der hölzerne Vogel doch noch hartnäckig auf der Stange im finalen Zweikampf zwischen Krabbe und Wesseling. Am Ende siegte der versierte Jäger Krabbe und holte sich nach 1988 zum zweiten Mal die Königswürde. An seiner Seite steht als Königin Iris Bertholdt. Zu ihren Ehrendamen wählte das Regentenpaar Ute Hermes Pohlmann und Helga Stening.

Trotz einer zweijährigen „tollen Zeit als König“ war auch Rajesh Herdering froh, nun doch einer neuen Majestät zum Amt gratulieren zu dürfen.

Quelle: Münstersche Zeitung vom 25.06.2017 Online - von Sabine Sitte/Foto: S. Sitte

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